Neues Zuchtlenkungsprogramm für Dermatomyositis DMS im CfAC e.V.

Neues Zuchtlenkungsprogramm für Dermatomyositis DMS im CfAC e.V.

Die Clemson University in South Carolina hat einen Gentest für zwei Hochrisikofaktoren für DMS Dermatomyositis beim Collie und Sheltie entwickelt.

Dermatomyositis ist eine Autoimmunkrankheit, die vor allem bei Shelties, aber auch bei Collies und Australian Shepherds auftreten kann. Sie tritt in der schweren Form eher selten beim Collie auf, verdient aber trotzdem unsere Beachtung. Wie bei den meisten Autoimmunerkrankungen gibt es eine genetische Komponente und Umweltfaktoren (Stress, Ernährung, Haltung), die letztendlich zum Auftreten von Symptomen führen. Für die genetische Komponente gibt es nun einen Gentest, der die beiden Hochrisikogene für die Erkrankung bestimmen kann. Die Bestimmung der Hochrisikogene erlaubt uns keine konkrete Aussage „der Hund hat DMS oder nicht“, sondern grenzt das Risiko ein, an dieser Erkrankung zu erkranken. Wir können also auf Grund des Tests eingrenzen, ob der Hund auf Grund seiner Genetik ein geringes (um die 4%), ein erhöhtes (ca. 50%) oder ein sehr großes (über 95%) Risiko hat, an DMS zu erkranken. Dadurch sind wir in der Lage, durch gezielte Verpaarungen das Risiko für die Nachkommen so gering wie möglich zu gestalten. Dieser Test wird also genauso eingesetzt werden, wie der Hochrisikofaktor-Test bei Degenerativer Myelopathie.

Erschwerend kommt allerdings bei der DMS hinzu, dass es nicht nur ein Hochrisikogen gibt, sondern zwei, der Einfachheit halber bisher A und B benannt. Dadurch wird die Sache ein wenig komplexer, aber das Prinzip bleibt wie folgt:

- jeder Hund weist jeweils zwei A- Gene und zwei B-Gene auf

- diese Gene können als Klein- oder Großbuchstaben vorkommen, also als A bzw. a und dann als B oder b

- dadurch kommen wir auf neun mögliche Genvarianten: aabb, Aabb, AAbb, aaBb, AaBb, AABb, aaBB, AaBB, AABB.

- klingt zu kompliziert? Ist es aber nicht. Denn nun gilt es, die Großbuchstaben in der Formel zu zählen: solange nur jeweils maximal 1 Großbuchstabe bei Gen A  und/oder Gen B vorhanden ist,
  ist das Risiko zu erkranken bei unter 5% (aabb, Aabb aaBb, AaBb)

- treten bei einem der Gene aber zwei gleiche Großbuchstaben auf, also AA oder BB, so steigt das Risiko auf ca. 50% (AAbb oder aaBB)

- treten bei beiden Genen zusammen drei oder gar vier Großbuchstaben auf, steigt das Risiko auf über 95%. (AABb, AaBB, AABB)

Wichtig für uns Züchter ist also zuerst einmal, den Gencode unserer Hunde zu erfassen. Dann können wir Hunde erkennen, bei denen Großbuchstaben vorkommen. Nur bei diesen Hunden sollte der Anpaarungspartner so gewählt werden, dass er an dem gleichen Gen (also bei A bzw. B) nicht ebenfalls einen Großbuchstaben trägt, weil sonst das Risiko einer Erkrankung der Nachkommen beider Hunde sprunghaft steigen würde. Die Aufgabe besteht also darin, zu vermeiden, dass sich bei den Nachkommen Großbuchstaben anhäufen. Interessant und wichtig für die Zucht werden daher Hunde, die nur Kleinbuchstaben aufweisen, also aabb (non-carrier für A und B). Da diese Hunde an ihre Nachkommen immer einen Kleinbuchstaben von beiden Genen weitergeben, ermöglichen sie so durgehend Nachkommen – egal mit welchem Partner – deren Risiko zur Erkrankung an DMS unter 5% liegt. Aber so weit sind wir leider noch nicht, der Anteil der non-carrier für A und B liegt derzeit bei ca. 20% bei den Collies. Der Großteil hat die Formel Aabb. Der Großbuchstabe B spielt derzeit noch eine eher untergeordnete Rolle.

Alle Zuchthunde im CfAC e.V., sowie alle Zuchtanwärter wurden genetisch gescreent und ein weiteres Zuchtlenkungsprogramm entwickelt. Damit sind wir der einzige Zuchtverein weltweit, der gezielt gegen diese Erkrankung vorgeht, mit konkreten Vorgaben zum genetischen Screening aller Zuchthunde und daraus resultierenden verbindlichen Anpaarungsvorschriften. Wir hoffen, dass sich andere Zuchtvereine dem anschliessen, um die Genetik und Gesundheit unserer Rasse weiterhin zu optimieren!

Informationen über die Studie gibt es hier:

http://www.clemsoncaninegenetics.com/WEBPROTECT-dmsriskassessment.htm

Der Gentest kostet derzeit $180 pro Hund (komplette Genformel A und B) und kann nur direkt an der Clemson University durchgeführt werden.

Kontakt und Testformular gibt es hier:
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Wer Fragen bezüglich des Tests hat, der Vererbungsgänge, oder wer Hilfe benötigt bei der Korrespondenz und dem Kontakt mit der Clemson University, der darf sich gerne an die Geschäftsstelle wenden unter 04262/958200.