Kurzbeschreibung

Der Amerikanische Collie ist ein eleganter und beeindruckender Vertreter unter den Collierassen. Er hat ein kräftige Statur mit guter Größe: Hündinnen werden bis zu 61 cm hoch, Rüden sogar bis zu 66 cm. Dadurch erreichen Hündinnen im Endmaß bis zu 30 kg, Rüden bis zu 34 kg. Es gibt ihn in Lang- und Kurzhaar.  Der Langhaarcollie -auch ROUGH genannt- besticht durch sein wunderschönes langes Fell, das übrigens sehr viel weniger Pflegeaufwand benötigt, als man meinen könnte. Das intensiv gefärbte Deckhaar verfilzt nicht und bietet auch bei schlechtem Wetter einen Schutzmantel. Der Kurzhaarcollie -auch SMOOTH genannt- hat glattes, anliegendes kurzes Fell und wirkt vom Körperbau her sehr athletisch und harmonisch.

Die Farbenvielfalt ist groß. Acht Farben und Farbkombinationen beschreibt der Rassestandard. die Bekannteste Farbe ist Sable in den Schattierungen Gold bis Mahagoni, letztere auch Dark Sable genannt. Tricolor bedeutet dreifarbig - lackschwarze Jacke, leuchtend weiße Abzeichen und rostrote Markings an Kopf und Gliedmaßen. Kombiniert mit dem Merlefaktor wirkt das Fell gefleckt in blaugrau-schwarz beim Blue Merle oder hellgold mit dunkelgoldenen Merleflecken beim Sable Merle. Diese vier Farben gibt als Vollfarbe auf dem ganzen Körper verteilt, aber auch bei der Farbe Weiß als einzelne Farbfelder am Körper und am gesamten Kopf in Kombinaton mit dem hauptsächlich weiß gescheckten Körper. Diese insgesamt acht Varianten geben dem Amerikanischen Collie eine farbenfrohe äußere Erscheinung. Sie werden am Ende dieser Seite in der Galerie präsentiert.

Neben seiner imposanten Erscheinung bezaubert er durch seinen aufmerksamen und freundlichen Ausdruck. Er hat ein menschenfreundliches, offenes Wesen und knüpft gerne neue Kontakte. Wer einen Collie genauer kennenlernen darf, der kann sich seinem Charme nicht entziehen und läßt sich gerne von ihm verzaubern.


Herkunft Nordamerika

Mit der Besiedlung Nordamerikas hielten auch die bis dato bekannten Hunderassen Einzug auf den neuen Kontinent. Im Gegensatz zum Mutterland England wurde der Collie hier jedoch weniger zum Hüten, sondern als Haus-, Hof- und Familienhund gebraucht, der einen wachsamen und zuverlässigen Charakter aufwies. Im Laufe der letzten 120 Jahre hat sich daher der große, kräftige Typ durchgesetzt, mit den bevorzugten Charaktereigenschaften des Collies. Dazu zählen die enge Verbundenheit mit seiner Familie, insbesondere zu Kindern, Zuverlässigkeit, Gehorsam und Wachsamkeit. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Rasse Collie mit ihren besonderen charakterlichen Attributen durch die Verfilmung der Lassie-Literatur so bekannt und auch beliebt wurde. Noch heute verleiht der Collie Club of America alljährlich eine viel beachtete Auszeichnung für besonders heldenhafte Taten von Collies.

Unabhängig von Europa hat sich in Nordamerika der Rassestandard seit Gründung der Collie Clubs kaum verändert. Alle Farbvarianten in Lang- und Kurzhaar sind seitdem im Zuchtstandard vertreten, der große kräftige Typ mit moderatem Fell ist im Rassestandard weiterhin beschrieben und auch die Kombination von Lang- und Kurzhaarlinien im Zuchtbereich ist ist dort gängige Praxis. Diese Vorgaben haben wir für den American Collie hier im CfAC e.V. übernommen und führen sie fort.

 

Unterschiede Amerikaner - Brite  

Ja- es gibt Unterschiede zwischen dem Amerikanischen Collie und dem britischen Collie, die hier in Deutschland gezüchtet werden. Die äußerlichen Rahmenbedingungen, die Vorgaben, wie eine Rasse auszusehen hat, wird durch den Rassestandard festgelegt. Größen- und Gewichtsangaben, Farben, Fellbeschaffenheit und Typ werden dort beschrieben. Daran muss sich ein Züchter halten, will er eine Zuchterlaubnis für seine Hunde bekommen und auf Ausstellungen erfolgreich sein.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich der Rassestandard in Europa zu dem in Nordamerika stark verändert. Die Zuchtziele, die in Europa verfolgt wurden und werden, haben einen anderen Typ Collie hervorgebracht, als in Nordamerika. Vorgegeben wird der Rassestandard in Europa (FCI) von den Vorgaben des Ursprungslandes- in diesem Fall Großbritannien. Dort wurden die Vorgaben des Rassestandards mehrfach verändert und diesen Vorgaben muss nun von allen anderen europäischen Züchtern, die in der FCI und damit dem VDH Verband für das Deutsche Hundewesen organisiert sind, Folge geleistet werden. Der europäische - also der britische Collie - ist kleiner, leichter und gedrungener. Er hat eine andere Gesichtsform und die Augen sind kleiner. Das Fell ist bei den Langhaarcollies mit mehr üppigem Unterfell ausgestattet und pflegeintensiver. Der britische Standard erlaubt nur noch drei Farben, eine Begründung dafür gibt es nicht. Ferner wurde die Verpaarung von Lang- und Kurzhaar verboten, was zur Reduzierung der genetischen Vielfalt führt- ebenfalls ohne züchterische oder medizinisch basierte Begründung. Herausgekommen sind daher zwei Typen- der Brite und der Amerikaner. Das Bild von einer britischen tricolor Hündin zwischen ihren amerikanischen Freunden zeigt den direkten Vergleich. Wer sich heutzutage für die Anschaffung eines Collies interessiert, sollte daher vorher für sich entscheiden, welchen Typ er möchte und entsprechende Zuchtstätten auswählen.

Charakterstarker Familienhund

Der Amerikanische Collie ist sehr gesellig und personenbezogen. Er liebt es, immer bei den Aktivitäten seines Menschenrudels dabei zu sein. Kindern gegenüber ist er sehr liebevoll und rücksichtsvoll. Er liebt es, mit ihnen zu spielen und ist bei älteren Kindern auch mal für eine kleine Toberei zu begeistern. Kleinstkinder werden vorsichtig behandelt, ebenso familieneigene Haustiere. Der Amerikanische Collie ist von sehr sanfter Natur, kuschelt gerne und hat schon so manchen Sessel erobert. Körperkontakt genießt er sehr. Er ist intelligent und in der Regel leicht zu erziehen, daher auch für Ersthundbesitzer geeignet. Bei Spaziergängen hält er sich immer in der Nähe seiner Bezugsperson auf und ist stets bemüht, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Unbekannten Situationen und fremden Personen begenet er mit Interesse und Freundlichkeit. Er ist sehr lebensfroh und immer in guter Stimmung, was sich auch auf seine Mitmenschen überträgt - man kann gar nicht anders, wenn ein Collie einem freudestrahend ins Gesicht lacht. Je nach Temperament gibt es sehr ruhige und entpannte Charaktere, bis hin zu agilen Sportlern. Das Temperament des Collies sollte sich mit den Bedürfnissen und Freizeitaktivitäten seiner Familie decken, der Züchter hilft gerne bei der Auswahl des passenden Hundes. Jagdtrieb haben Amerikanische Collies in der Regel nicht, ebenso keinen Hütetrieb. Er passt jedoch sehr gut auf Familie, Haus und Grundstück auf, ihm entgeht so schnell nichts. Anderen Hunden gegenüber verhält er sich freundlich und sozial, er ist sehr feinfühlig im Umgang, kein Raufer. Charakterliche Unterschiede zwischen Lang- und Kurzhaar gibt es in der Hinsicht, dass der Kurzhaar ein wenig mutiger und härter im Nehmen ist, im Sportbereich sehr engagiert.

Sport- und Freizeitpartner

Der Amerikanische Collie ist sehr intelligent und lernfähig. Er liebt jegliche Art von Spiel und Spaß mit seiner Bezugsperson. Der Wunsch, zu gefallen, spielt dabei ein große Rolle. Er liebt Abwechslung und Aufgaben, die seine geistigen Fähigkeiten beanspruchen. Dazu zählen sowohl der tägliche Spaziergang durch Feld- und Flur, als auch Hundesportarten wir z.B. Agility, Zielobjektsuche, Fährtenarbeit, Disc-Dogging oder auch Flyball. Genauso viel Spaß hat er an gemeinsamen Radtouren, Joggen und auch Cani Cross, der Laufsportart mit Hund. Auch für Randsportarten wie z.B. Fahrsport ist er zu begeistern.

Hervorragend geeignet ist der Amerikanische Collie auch als Reitgebegleithund, Er bleibt immer in der Nähe und ist vom Pferd aus gut zu führen. Im Stall ist er zu allen Zwei- und Vierbeinern freundlich und immer gern gesehen.

Generell ist wichtig zu erwähnen, dass der Collie sich zwar gerne bewegt, aber je nach Laune und Temperament ist er auch mit normalen Spaziergängen ausgelastet, er ist keinesfalls ein echter Bewegungsjunkie wie der Border Collie, der zwingend mehrere Stunden täglich bewegt werden muss. Der Amerikanische Collie passt sich seiner Familie an- es ist für ihn nicht so wichtig, was und wieviel an Beschäftigung er bekommt, sondern dass er viel Zeit mit seinen Bezugspersonen verbringen darf.

Therapie- und Behindertenbegleithund

Wegen seinem Einfühlungsvermögen und seiner Sensibilität wird der Amerikanische Collie häufig im therapeutischen Bereich eingesetzt. Er ist sehr menschenfreundlich und liebt Körperkontakt. Daher hat er sehr viel Freude bei der Arbeit als Schulbesuchshund oder auch im Einsatz in Seniorenheimen. Geduldig lässt er sich streicheln und anfassen, schüchterne Kinder oder unsichere Senioren fassen schnell Vertrauen. Durch seine Intelligenz und seine schnelle Auffassungsgabe kann er gut zum Behindertenbegleithund ausgebildet werden. Sein Einfühlungsvermögen und seine Sanftheit helfen ihm auch bei der Arbeit mit z.B. Autisten. Für die Ausbildung zum Rettungshund eignen sich besonders die etwas kernigeren, mutigen Kurzhaarcollies, auch wegen des kürzeren Fells.

Buchempfehlung

Ein sehr ausführliches Rasseportrait über den Amerikanischen Collie ist im Buchhandel erhältlich.
Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick über Charakter, Einsatzmöglichkeiten im familiären und sportlichen Umfeld, rassespezifische Erkrankungen, Gedanken zur Zucht und vor allem wichtige Tipps für den Welpenkauf.
Es ist jedem zu empfehlen, der sich intensiv mit der Rasse und ihren Eigenschaften auseinander setzen möchte, sei es, weil er die Anschaffung eines American Collies in Erwähnung zieht, oder, weil er bereits einen American Collie als Familienmitglied begrüßen kann und sich für seinen Hund und die Rasse begeistert.

Amerikanische Collies

American Collies in Deutschland

von Stephanie Noelle

Hardcover Ausgabe: 232 Seiten, 230 farbige Abbildungen

Erscheinungsdatum: 2. geänderte Auflage März 2009

ISBN-13: 978-3-86805-325-8  (für Bestellungen über den örtlichen Buchhandel)

offizieller Verkaufspreis: € 29,80

Bezug Internet: www.book-on-demand.de/shop/12591